Tibetische Kultur

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Die tibetische Kultur und der Tibetische Buddhismus sind untrennbar miteinander verbunden. Bis etwa Mitte des 17. Jahrhunderts war Tibet eine Monarchie. Zu dieser Zeit wurde die religiöse wie auch die politische Staatsmacht dem damals 5. Dalai Lama übertragen und befindet sich seit dem in den Händen des jeweiligen Dalai Lama.

Der Buddhismus wurde durch tibetische Könige in Tibet eingeführt. Etwa Mitte des 7. Jahrhunderts war der König Songtsen Gampo der erste, der den Buddhismus nach Tibet zu bringen versuchte. Er heiratete eine chinesische Prinzessin, die eine große Statue des Buddha Shakyamuni mitbrachte und schickte einen Gelehrten nach Indien zur Entwicklung einer vereinheitlichten tibetischen Schrift, damit die buddhistischen Texte aus dem Sanskrit übertragen und später von allen gelesen werden könnten. Da der Buddhismus durch die Staatsmacht Tibets eingeführt wurde, beeinflusste er automatisch die bis dahin bestehende tibetische Kultur und umgekehrt.

Gegen Ende des 8. Jahrhunderts nahmen die ersten Tibeter die Mönchsgelübde und zogen in das erste Kloster Tibets ein. Etwa Mitte des 9. Jahrhunderts beendete der König Lang Dharma die erste Ausbreitung des Buddhismus in Tibet. Ende des 10. Jahrhunderts begann die zweite Ausbreitung und seit dem ist der Buddhismus in Tibet stabil etabliert. Er machte verschiedene Entwicklungen durch und prägt die tibetische Gesellschaft bis heute stark.

Es entstanden über 6000 Klöster in Tibet. In manchen lebten mehrere tausend Mönche. Die Klöster waren die einzigen Bildungsstätten des Landes und jede Familie schickte mindesten eins ihrer Kinder dort hin. Heute gibt es auch allgemeinbildende Schulen in Tibet, aber die Verbindung zwischen den Klöstern und der Bevölkerung ist immer noch ungebrochen. Alle Familien haben in ihrem Haus einen Altarraum. Für die kleinen und großen Ereignisse in ihrem Leben ziehen sie die Mönche und Nonnen zu Rate. Im Winter, wenn die Feldarbeit ruht, führen die Dorfgemeinschaften religiöse Rituale durch, singen und fasten gemeinsam.